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herausgegeben vom

Bundesverband Freier Theater e.V.

 
       04/09
Editorial

 

Es war Balsam für die Seele eines jeden Freien Darstellenden Künstlers, was Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Staatssekretär für Kultur in Nordrhein-Westfalen, zur Eröffnung des „Festival Impulse 2009“ in aller Deutlichkeit sagte.

In den Zeiten der Finanzkrise würden sich vor allem die Kommunen von der Kulturfinanzierung zurückziehen, in der Hoffnung, das Land würde angesichts der kommunalen Finanzlöcher hilfreich zur Seite stehen. Dies würde jedoch so ganz gewiss nicht funktionieren. Anders würde man jedoch bei den Freien Theatern verfahren, deren Finanzierung trotz der mittelfristigen Anhebung der Fördermittel in den vergangenen 3 Jahren um 60 Prozent noch immer viel zu gering ist.

Er hob hervor, dass sich die Freie Szene längst neben den Stadt- und Staatstheatern als künstlerisch gleichwertig etabliert hat, als ungleiche Schwester zwar, aber mit nach wie vor großer Lust am Experimentieren, mit einer vitalen Kreativität und einer beachtlichen Bereitschaft zum künstlerischen Risiko. „Ich bin von Mal zu Mal mehr der Überzeugung, dass das neue, das mitreißende Theater nur im Einzelfall an den großen Ozeandampfern entsteht, sondern eher in der Freien Szene“.

Mehr und mehr beginnt man in der Kulturpolitik, den wahren Wert Freier Tanz- und Theaterarbeit zu erkennen, nachdem es ja schon seit zwei Jahren im Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ nachzulesen ist: Die Freien Theater sind eine unverzichtbare Säule der Deutschen Theaterlandschaft!

Wann wird man diese Tatsache in Kommunen, Ländern und Bund denn endlich zur Kenntnis nehmen, wie dies in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen oder Köln und Düsseldorf ja schon ansatzweise geschehen ist. Wann wird man denn endlich erkennen, dass das künstlerische Potential auch ausreichend gefördert werden muss … in einem vernünftigen Verhältnis zur Förderung von Stadt- und Staatstheatern, das der erbrachten Leistung auch gerecht wird.

Es ist ein Skandal sonders gleichen, dass Kulturdezernate, -ämter und -ministerien öffentlich bekennen, die prekäre soziale Lage Freischaffender Darstellender Künstler bewusst in Kauf zu nehmen, um sich trotz unzureichender Bereitstellung von Fördermitteln mit künstlerischer Vielfalt schmücken zu können.

Die überwiegende Mehrzahl der Kulturpolitiker ist ihrer Aufgabe und der daraus resultierenden Verantwortung nicht gewachsen. Man hält in Ermangelung von Kenntnis und Erfahrung an Bewährtem und Althergebrachtem fest, das ein Mindestmaß an Prestige und Aufmerksamkeit verspricht. Es ist schon bemerkenswert, dass dort, wo Neues entsteht, wo risikobereit innovative Kunst einigermaßen zufriedenstellend gefördert wird, Entscheidungsträger sitzen, die im Bereich Kunst entweder eine Ausbildung genossen haben oder aber durch Erfahrung einen einigermaßen umfassenden Überblick über ihr Ressort haben. Diese sind jedoch in Deutschland leider sehr, sehr rar gesät.

Neben der mangelhaften Förderung behindern fehlende Strukturen und unausgereifte Gesetzgebungen die Arbeit Freischaffender Künstler. Die existierenden Förderstrukturen müssten regelmäßig auf ihre Effizienz überprüft werden und durch zeitgemäße neue Instrumentarien wie Wiederaufnahmeförderung, Nachwuchsförderung, Basis- oder Konzeptförderung erweitert werden. Eine begriffliche und rechtliche Vereinheitlichung der einzelnen Förderbereiche auf kommunaler, Landes- und Bundesebene ist dringend vonnöten. Hinsichtlich der Infrastrukturen fehlen fast überall Produktions- und Spielstätten für Freie Theater, die neben den räumlichen und technischen Voraussetzungen für eine professionelle Arbeit auch über entsprechende Produktions- und Gastspieletats verfügen. Und die vorhandenen rechtlichen Strukturen müssten endlich dahingehend reformiert werden, dass die Praxis Freischaffender Darstellender Künstler und damit verbundene Eigenarten auch ausreichend berücksichtigt werden, da viele ansonsten ungewollt gezwungen sind, zumindest in Grenzbereichen der Legalität zu agieren.

Der Bundesverband Freier Theater wird durch interne neue Strukturen und Aufgabenteilungen noch effektiver an der Umsetzung all der oben beschriebenen Aufgaben arbeiten. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist, dass wir endlich – hoffentlich ab dem Jahr 2011 - eine hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle einrichten können. Durch die stetig wachsende Bedeutung der Freien Theater sind unsere zunehmenden Aufgaben ehrenamtlich kaum mehr zu bewältigen …  was ja wiederum für eine erfolgreiche Arbeit der letzten 19 Jahre als Interessensvertretung Freier Darstellender Künstler spricht.

Im nächsten Jahr besteht der Bundesverband Freier Theater seit 20 Jahren. Gründe für Jubelfeierlichkeiten haben wir wenige, da die Bedingungen für professionelle Freischaffende Darstellende Künstler sich bei weitem noch nicht zufriedenstellend verbessert haben. Wir lassen jedoch nicht locker und werden weiter dafür kämpfen, dass in der Politik ein ausgeprägtes Bewusstsein bzgl.  des wahren Wertes Freischaffender Tanz- und Theaterarbeit entsteht … Denn es ist das Zukunftsmodell der Darstellenden Kunst!

Alexander Opitz

1. Vorsitzender des BuFT

 


Editorial

von Alexander Opitz

Neues aus dem BuFT

Die 19. Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Freier Theater

Aus den Landesverbänden

Landesverband Freie Theaterschaffende (LAFT) Berlin

Landesverband Freier Theater in Niedersachsen

Verband Freie Darstellende Künste Bayern e. V.

Landesverband freier Theater Mecklenburg-Vorpommern

Termine - Ausschreibungen

Wettbewerb: Neuer Stückewettbewerb am Zimmertheater Tübingen

Wettbewerb: Autorenpreis für Kinder- und Jugendtheater des Bundesministeriums

Ausschreibung: Neue Kinder- und Jugendtheaterstücke für Kaleidoskop 2010

Ausschreibung: Festival 150prozent made in Hamburg 2010

Wettbewerb: Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2010

Ausschreibung: 17. Werkstatt-Tage der Kinder- und Jugendtheater

Förderung: Offene Förderung der Kulturstiftung des Bundes

Förderung: Gastspielförderung durch NPN Theater

Ausschreibung: Berliner Festspiele - Internationales Forum Theatertreffen 2010 Förderung: Projektförderung durch den Fonds Darstellende Künste

Stipendien: Berliner Tänzerinnen und Tänzer

Termine - Aus- und Weiterbildungen

Kurs: Photografs & Memories - Biografisches Theater

Seminarprogramm „Kultur & Management“

Termine - Festivals, Symposien, Tagungen

Symposium: Frankfurter Autorenforum für Kinder- und Jugendtheater

Festival: Theater Festival Impulse

Festival: panoptikum

Festival: Hart am Wind - 2. norddeutsches Kinder- und Jugendtheaterfestival

Schwerpunkt- Ergebnisse der Klausurtagung des BuFT in Wolfenbüttel

Verbesserung der Sozialen Lage Freischaffender Darstellender Künstler -  

von Alexander Opitz

Neue Strukturen beim BuFT oder Das Wolfenbüttler Programm -
von Eckhard Mittelstädt

Blick nach…

Sachsen Anhalt - Katrin Brademann stellt das Landeszentrums „Spiel & Theater“ Sachsen-Anhalt e.V.

Nachrichten

            Kulturpolitische Gesellschaft mit neuem Vorstand

Kulturpolitik trotz Krise – Was ist zu tun?

Spar-Tsunamie rollt: Wuppertal, Köln, Hamburg, Stuttgart ...

Steuerpolitik für Kunst und Kultur - Resolution des Deutschen Kulturrates mit steuerpolitischen Vorschlägen für die 17. Wahlperiode des Deutschen Bundestags

Recht und Bürokratie

Private Krankenversicherung und ALG II

Umsatzsteuerpflicht bei Zahlungen aus öffentlichen Kassen

Was noch?

Stellenangebote

Buchtipps

Impressum


Neues aus dem BuFT

 

Am 25. November fand in Köln die 19. Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Freier Theater statt. Ingrid Berzau und Dieter Scholz stellten freundlicherweise ihre Spielstätte „Freies Werkstatt Theater Köln“ kostenlos zur Verfügung.

Zeit und Ort wählten wir, da an diesem Tag in Köln das Festival Impulse eröffnet wurde. Die künstlerischen Leiter Tom Stromberg und Matthias von Hartz stellten den Delegierten aus den Bundesländern nicht nur Karten für den Eröffnungsmarathon und die anschließende Party zur Verfügung, sondern kamen auch vor der Mittagspause ins Freie Werkstatt Theater, um der Versammlung das Konzept des Festivals vorzustellen und zu erläutern. Das war mehr als nur eine Geste und wir danken beiden herzlich für ihr Engagement.

Tom Stromberg und Matthias von Hartz haben ein äußerst lesenswertes Statement für Freies Theater verfasst, was man unbedingt lesen sollte. Ihr findet es unter der Email-Adresse www.nachtkritik.de.

Die diesjährige Delegiertenversammlung war verbunden mit den turnusmäßigen Neuwahlen des Vorstands: Der alte Vorstand wurde einstimmig für zwei Jahre wiedergewählt. Lediglich Fabian Schwarz aus Bayern schied auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus, da ihm die eigene Theaterarbeit keine Zeit mehr für eine weitere Vorstandstätigkeit lässt. Wir danken Fabian sehr für sein jahrelanges, ehrenamtliches Engagement für die Freien Theater im Vorstand des BuFT.

 

Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender:          Alexander Opitz (Baden-Württemberg)

Stellv. Vorsitzende:     Alexandra Schmidt (Nordrhein-Westfalen)

Stellv. Vorsitzender:    Eckhard Mittelstädt (Niedersachsen)

Kassenführer:             Frank Reich (Brandenburg)

Schriftführerin:           Katrin Brademann (Sachsen-Anhalt)

Beisitzer:                   Jan Deck (Hessen)

 

Zentrales Thema auf der Tagesordnung waren die zukünftige Struk­turierung des Bundesverbandes Freier Theater, um eine weitere Pro­fessionalisierung der ehrenamtlichen Arbeit zu erreichen, und die weitere Vorgehensweise zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bzw. der sozialen Lage Freischaffender Darstellender Künstler. Weiteres hierüber ist unter der Rubrik „Schwerpunktthema“ zu lesen.

Alexander Opitz

 

 

 

 

 

 

Aus den Landesverbänden

 

Landesverband Freie Theaterschaffende (LAFT) Berlin

Wir zitieren eine gemeinsame Pressemitteilung von LAFT Berlin und Tanzbüro Berlin vom 05. November 2009:

Freie darstellende Kunst braucht eine Erhöhung ihrer Fördermittel

Am 23. Oktober 2009 hat die Jury ihre Empfehlungen für die Vergabe der Fördermittel für privatrechtlich organisierte Theater und Theater- und Tanzgruppen in Berlin für 2010 bekannt gegeben.

Für die Einstiegs-, Einzelprojekt- und Spielstättenförderung standen der Jury 998.890 Euro zur Verfügung, die auf insgesamt 37 Anträge verteilt wurden. Das Antragsvolumen betrug hingegen rund 7,2 Millionen Euro bei 249 Anträgen, wobei das beantragte Budget der geförderten Gruppen und Spielstätten häufig noch gekürzt werden musste. Diese Zahlen unterstreichen erneut die beständige Unterfinanzierung privatrechtlich organisierter Theater und Theater- und Tanzgruppen.

Bereits im Frühjahr 2009 forderten LAFT Berlin und TanzRaumBerlin Netzwerk in einem gemeinsamen Positionspapier die Korrektur der unter jeglichem Mindestlohnsatz liegenden Lohnverhältnisse öffentlich geför­derter KünstlerInnen und entwarfen in ausführlichen Berechnungen eine notwendige Honoraruntergrenze und eine damit verbundene Etat­er­höhung.

Auch die Jury machte in einem Schreiben zur Situation der Freien Theater- und Tanzszene Berlins auf die dringende Notwendigkeit einer Etaterhöhung aufmerksam, da die verfügbare Summe nach ihrer Einschätzung nicht ausreicht, „um der zweifelsfrei großen Bedeutung der innovativen Theater- und Tanz-Szene für das Berliner Kulturprofil zu entsprechen und auch nur annähernd ihrem realen Bedarf gerecht zu werden“.

Die Forderung einer Etaterhöhung wurde in den Haushaltsberatungen des Kulturausschusses leider nicht berücksichtigt. Die Fortsetzung der Haushaltsberatungen für 2010/2011 im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses bietet nun in den nächsten Tagen die letzte Gelegenheit, dass eine nachdrücklich empfohlene Aufstockung der Mittel für freie darstellende KünstlerInnen doch noch beschlossen wird.

www.freie-theaterschaffende-berlin.de

 

Landesverband Freier Theater in Niedersachsen

Hart am Wind - 2. norddeutsches Kinder- und Jugendtheaterfestival - Vom 20. bis 27. Februar 2010 wird das Staatstheater Hannover in Kooperation mit dem Klecks Theater, der Theaterwerkstatt Hannover, dem Landes­verband Freier Theater in Niedersachsen e.V. und dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der BRD für das Festival „Hart am Wind“ Gast­geber der norddeutschen Theaterszene sein. s. Festivals

 

 

 

Verband Freie Darstellende Künste Bayern e. V.

Neue Gastspielförderung Bayern - Aus Mitteln des Bayerischen Staats­ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst wird der Verband ab 2010 eine Förderung von Gastspielen Freier professioneller Theater ausschreiben und vergeben.

Die Fördermittel betragen 30.000Euro für das Kalenderjahr 2010. Zusätz­liche Mittel wurden bei anderen Institutionen beantragt. Das Modell ist eine Abwandlung des Fördermodells „Bühne frei - Abspielförderung 2009“ in Rheinland-Pfalz.

Die Förderung können alle freien und professionellen Theater in Bayern für Gastspiele innerhalb Bayerns in Anspruch nehmen. Dazu bewerben sich die Theatergruppen um die Aufnahme in einen Theaterkatalog. Aus diesen Gastspielangeboten erstellt der Verband einen gedruckten Theater­katalog und eine Webseite. Dieser Katalog wird an die Veranstal­ter in Bayern verteilt und soll gleichzeitig die Vielfalt und Breite des Angebotes der freien Szene präsentieren. Die Mittelvergabe erfolgt zu zwei Stichtagen im März und Juli 2010.

Ausgenommen von der Förderung sind Produktionen mit nur einem Darsteller, kommerzielle Tourneetheater, Lesungen, Comedy und Impro­theater. Als Veranstalter können nur Theater und vergleichbare öffent­liche Einrichtungen auftreten, die 50% der Honorarkosten und die Neben­kosten tragen müssen. Das Gastspiel muss außerhalb der Sitzge­meinde der Theatergruppe sein. Ausgenommen sind ebenso Veranstalter in der Landeshauptstadt München, da gezielt Gastspiele in anderen Städten und im Land gefördert werden sollen.

Das Fördermodell übernimmt dabei die Forderungen der Freien Theater nach Mindesthonoraren. Deswegen wird unter anderem ein Mindest­honorar oder vergleichbare Erträge von mindestens 200Euro pro Aufführung und Darsteller gefordert.

Weitere Informationen: www.freie-theater-bayern.de

 

Wikipedia: Freie Darstellende Künste - Der Verband Freie Darstellende Künste Bayern e.V., hat ein Online-Lexikon zu Themen der freien Theater eingerichtet. Das Projekt basiert auf der Technologie der Plattform Wikipedia.

Im Gegensatz zum originalen Wikipedia sollen jedoch gezielt Artikel über Personen, Gruppen, Begriffe, Institutionen und Themen gesammelt werden, die in der allgemeinen Wikipedia aus redaktionellen Gründen nicht aufgenommen werden. So fehlt bis heute ein entsprechender Eintrag des Bundesverbandes der freien Theater sowie Artikel über freie Theater. Für die Mitarbeit wurden Dozenten und Studierende der Theater­­wissenschaften in München eingeladen. Dabei sollen neben wissen­­schaftlichen Themen auch praktische Bereiche behandelt werden wie Kultur- und Theaterförderungen, KSK, Steuer und Rechtsfragen, Orga­nisation, Arbeitsformen, Ausbildungswege, Lebensläufe und die Geschichte der Freien Theater aller Sparten bzw. der freien darstellenden Künste.

Um das Lexikon beständig zu erweitern, bittet der Verband um die Mitarbeit von sachkundigen und interessierten Redakteuren. Jeder Internetnutzer kann die Beiträge und Themen erstellen, bearbeiten und ergänzen. Die Qualität der Beiträge soll langfristig durch kompetente Moderatoren gesichert werden. Diese erste Plattform ist ein Grund­baustein, der jederzeit erweitert und bundesweit genutzt werden soll.

www.wikipedia-freie-theater.de

 

Qualifizierte Interviews der Studie zur wirtschaftlichen Situation darstellender Künstler - In Bayern wurden die Interviews der bekannten Studie getrennt nach „Bayern Land“ und „Stadt München“ durchgeführt. Der Verband fasst nun diese Ergebnisse exemplarisch zusammen und bereite diese auf.

Ergänzend werden die statistischen Daten der Theater erfasst. Damit will der Verband eine Publikation vorlegen, die einerseits die wirtschaftliche Situation der darstellenden Künstler aufzeigt und andererseits die Leistungen dokumentiert. Dieses Argumentationsmaterial stellt der Ver­band den Theaterschaffenden zur Verfügung. Das Ziel ist die Fördergeber und politischen Gremien von der erforderlichen Anpassung von Förder­gelder und Bedingungen der freien Theaterschaffenden zu überzeugen.

 

Freie Theater in München - Die Situation der freien Gruppen und freien Theater mit Spielstätten in München war das Schwerpunktthema der diesjährigen Mitgliederver­sammlung. Dabei wurde vereinbart im März 2010 zu einem Treffen der freien Gruppen einzuladen. Während fast alle Theater mit Spielstätte im Verband vertreten sind, fehlt der Kontakt zu den freien Gruppen. Der Grad der Vernetzung ist noch sehr gering und die Angebote des Verbandes sind zu wenig bekannt. Im Rahmen dieses Treffens soll die zukünftige Aufgabe des Verbandes in München besprochen werden. Es wurde jedoch schon deutlich, daß es eine wesentliche Aufgabe des Verbandes sein wird, mit Information und Recherche, der mangelhaften Informationspolitik des Kulturreferates der Stadt München entgegen­zutreten.

Die entscheidenden Projekte der Stadt werden immer noch hinter ver­schlossenen Türen vorbereitet, so dass keine Meinungsbildung und Dis­kussion in und mit der freien Szene erfolgen kann.

 

Personalien - Die Mitgliederversammlung hat den bisherigen Vorstand, Wolfgang Hauck (Die Stelzer, Landsberg am Lech), Sebastian Seidel (S'ensemble Theater, Augsburg) und Uwe Bertram (Theater Belacqua, Wasserburg) am 21. November 09 im Amt bestätigt. Der Vorstand wird in den nächsten zwei Jahren die Gastspielförderung und das Service­angebot weiter ausbauen. Vorrangiges Ziel ist weiterhin die Einrichtung einer institutionell geför­derten Geschäftsstelle. Die Mitgliederzahl hat sich auf 48 Theater erhöht. Unterrepräsentiert sind noch die Tanzschaf­fenden. Das hat mit der seit langem gut organisierten Theaterszene in Bayern zu tun. Hier sollen die Kon­takte ausgebaut werden.

Wolfgang Hauck, Verband Freie Darstellende Künste Bayern e. V.

Landesverband freier Theater Mecklenburg-Vorpommern

Der Landesverband freier Theater Mecklenburg-Vorpommern veranstaltet in Rostock vom 28.-31. Januar 2010 das FestivalSpiellust“. Das genaue Programm ist abrufbar unter www.laftmv.de

 

 

Termine - Ausschreibungen

 

Bewerbungsschluss

05. Dezember 09

 
Wettbewerb: Neuer Stückewettbewerb am Zimmertheater Tübingen - Nach dem ersten Stückewettbewerb Zimmer_Renovierung und der erfolgreichen Uraufführung des Gewinnerstücks „Hamlet Samples“ von Thomas Lilge, wird es im Zuge der kontinuierlichen Förderung neuer Dramatik am Zimmertheater in der kommenden Saison den nächsten Wettbewerb geben: Krisen_Zimmer. Gesucht wird das Stück zur Krise, sei es die Wirtschafts- und/oder Klimakrise und der Umgang mit ihr/ihnen. Zu gewinnen sind neben Ruhm und Ehre 1.000 Euro und die Uraufführung des Werkes am Zimmertheater in der Spielzeit 2010/11 - bis zum Ende dieser Spielzeit haben Krauße und Schäfer soeben ihre Verträge verlän­gert. Der Einsendeschluss ist der 05.12.09. Bewerbungen möglichst per mail an info@zimmertheater-tuebingen.de, Stichwort: Krisen_Zimmer.

 

Einsendeschluss

10. Dezember 09

 
Wettbewerb: Bundesministerium schreibt Autorenpreis für Kinder- und Jugendtheater aus - Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat den Deutschen Kindertheaterpreis 2010 und den Deutschen Jugendtheaterpreis 2010 ausgelobt. Die beiden mit jeweils 10.000 Euro dotierten Preise werden alle zwei Jahre an Autorinnen und Autoren für herausragende Stücke des Kinder- und des Jugendtheaters vergeben.

Alle deutschsprachigen Theaterverlage und alle Bühnen des profes­sionellen deutschsprachigen Theaters für Kinder und Jugendliche sind eingeladen, dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum Stücke für die Aus­zeichnungen vorzuschlagen. Einsendeschluss ist der 10. Dezember 09.

Mehr unter http://kjtz.de

 

Einsendeschluss

Ende Dezember 09

 
Ausschreibung: Neue Kinder- und Jugendtheaterstücke gesucht für Kaleidoskop 2010 - „Kaleidoskop“ sind die Kinder- und Jugendtheatertage in der hes­sischen Region, veranstaltet von laPROF, dem Landesverband Profes­sionelles Freies Theater Hessen e.V.. Sie finden, mit der Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, alljährlich von September bis Dezember in verschiedenen vorwiegend kleinen und mittelgroßen Orten in ganz Hessen statt. Das Ziel von „Kaleidoskop“ ist es, Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrem Wohnort Theater nahe zu bringen, ihnen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen und damit die kulturelle Entwicklung vor allem auch in den ländlichen Regionen Hessens weiter auszubauen.

Jedes Jahr sucht unsere Jury aus den Bewerbungen der freien Theater sechs neue Stücke aus. Zwar spricht Kaleidoskop als hessische Theater­reihe in erster Linie hessische Gruppen und Produktionen an, aber auch Gastaufführungen aus anderen Bundesländern sind immer willkommen.

Für das 15. Kaleidoskop-Jahr können sich bis Ende 2009 Theater mit einem Kinder- oder Jugendstück für die kommende Spielzeit - September bis Dezember 2010 - bewerben. Dazu bitte unbedingt die genaue Aus­schrei­bung anfordern, die Angaben zur Gage, zu den Aufführungsorten, dem Sichtzeitraum der Jury und der Art der gesuchten Stücke enthält: per e-mail bei kaleidoskop-hessen@web.de oder telefonisch unter 06421/889355 (Gerd Krüger & Anke Müller, doubleÜ Veranstaltungen für laPROF).

 

Einsendeschluss

Ende Dezember 09

 
Ausschreibung: Festival 150prozent made in Hamburg 2010 - Zum fünften Mal lädt das Festival 150prozent professionelle TheatermacherInnen, Regis­seur­Innent made in Hamburg KünstlerInnen und PerformerInnen ein, sich mit ihren Produktionen für das Theaterfestival 150prozent made in Hamburg zu bewerben. Einsendeschluss ist der 31. Dezember 09.

150prozent made in Hamburg ist die polyphone Präsentationsplattform für das Hamburger Off-Theater. An verschiedenen Spielorten der Hanse­stadt werden aktuelle Tendenzen aller Genres und Sparten gezeigt. Bewerben können sich alle: RegisseurInnen, PerformerInnen, Tänzer­Innen, Theaterkollektive, SolokünstlerInnen etc. aus den Bereichen Schauspiel, Tanz, Performance und Musiktheater. Bei den eingereichten Produktionen kann es sich um bereits fertige Inszenierungen oder auch um Try-Outs für Projekte handeln, die sich noch im Probenprozess befinden. Herzlich willkommen sind Premieren.

Die Aufführungen sollten eine Spielzeit von maximal 60 min., in Aus­nahmefällen 90 min., nicht überschreiten und müssen technisch kurz­fristig und einfach einzurichten sein. Als Bewerbung ist ein Konzept einzureichen, in dem das Projekt schriftlich dargestellt wird mit Titel und Stückbeschreibung, Namen, Anzahl, Funktion und einer Kurzvita der Beteiligten sowie den aktuellen Kontaktdaten eines Ansprechpartners, genaue Informationen über die räumlichen und technischen Anforderungen und die Dauer der Aufführung sind Voraussetzung wie aussagekräftiges Presse-, Foto- und Filmmaterial.

Bewerbungen an: Festivalteam 150% made in Hamburg | c/o Christian Concilio | Eppendorfer Weg 73 | 20259 Hamburg

www.festival150prozent.de

 

Einsendeschluss

Ende Dezember 09

 
Wettbewerb: Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2010 - Mit dem 1981 erstmals verliehenen Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg werden alle zwei Jahre neue Stücke für das professionelle deutschsprachige Jugend­theater prämiert. Mit einem Projekt-Stipendium wird seit 2008 zusätzlich die künftige Zusammenarbeit einer Autorin/eines Autors mit einem Theater aus Baden-Württemberg gefördert.

Mit dem Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro ist der Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg eine der höchstdotierten Auszeichnungen im deutsch­sprachigen Kinder- und Jugendtheater. Die Auswahl wird von einer Fachjury getroffen, der neben Vertreter/innen der Kinder- und Jugendtheater Baden-Württembergs jeweils ein/e Städtevertreter/in, Autor/in, Kritiker/in und Verlagsvertreter/in angehören.

Teilnahmebedingungen:

1. Stückepreise - Gesucht werden neue Stücke für das professionelle deutschsprachige Jugendtheater (Kinderstücke sind nicht zugelassen). Auch Übersetzungen und Adaptionen können eingereicht werden. Die Stücke bzw. Übersetzungen dürfen nicht älter als zwei Jahre sein und müssen bis zum Tag der Einsendung zur Ur- bzw. zur deutschsprachigen Erstaufführung freistehen. Diese sollte nach Möglichkeit an einem Theater in Baden-Württemberg stattfinden. Mit einzureichen sind eine Vita der Autorin/des Autors, eine Liste der bisherigen Veröffentlichungen, ein maximal einseitiges Exposé zum Stück sowie eine Erklärung der Autorin/des Autors bzw. des einreichenden Verlages, dass das Stück zum Zeitpunkt der Einsendung zur Uraufführung bzw. deutschsprachigen Erstaufführung freisteht.

2. Projekt-Stipendium - Gesucht werden Projekte, bei denen eine Autorin/ ein Autor in Zusammenarbeit mit einem Theater aus Baden-Württemberg ein Stück entwickelt. Einzureichen sind ein Dossier über das geplante Projekt, eine Vita der Autorin/des Autors, eine Liste der bisherigen Stück-Veröffentlichungen und eine Erklärung des kooperierenden Theaters, das entstehende Stück innerhalb von zwei Jahren nach der Preisvergabe zur Uraufführung bringen zu wollen. Für beide Kategorien müssen die Manus­kripte als Word- oder pdf-Dokument (bitte nur in Ausnahmefällen auf Papier, dann in dreifacher Ausfertigung) gesendet werden an: info@jugendtheaterpreis-bw.de oder Junges Ensemble Stuttgart | Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg | Christian Schönfelder | Eberhardtstr. 61 a | 70173 Stuttgart

www.jugendtheater-bw.de

 

Einsendeschluss

Ende Dezember 09

 
Wettbewerb: 17. Werkstatt-Tage der Kinder- und Jugendtheater - vom 28. September - 02. Oktober 2010 in Leipzig. Die als gemeinsame Veran­staltung von ASSITEJ Deutschland und Theater der Jungen Welt Leipzig biennal stattfindenden Werkstatt-Tage der Kinder und Jugendtheater haben 2010 das Thema BILDERWELTEN – WELTENBILDER Bilder be­herrschen unsere Welt. Als visuelle, semantische, akustische Bildformen fluten sie durch unseren Alltag und sie beeinflussen zunehmend die Vorstellung, die wir uns von der Welt machen. Welche Möglichkeiten hat das Theater, sich in dieser Invasion der Bilder mit seiner Spezifik zu positionieren? Das Theater über­setzt Lebenswelten und Geschichten in ästhetische Erfahrungsräume und kann so die Fähigkeit der jungen Zuschauer stärken, sich in der alltäglichen Bilderflut zu orientieren und ein selbst bestimmtes Bild von der Welt zu machen.

Gesucht werden Inszenierungen, die in ihrer Bildsprache neue Wege beschreiten, vertraute ästhetische Muster und Erzählstrukturen ganz oder teilweise verlassen oder sich durch einen überraschenden, beson­deren Zugriff auf den Stoff auszeichnen, ohne den Bezug zur Lebenswirklichkeit zu verlieren. Die Ausschreibung richtet sich an alle Spielarten des Kinder- und Jugendtheaters vom Theater für die Aller­kleinsten über Figurentheater bis hin zum Jugendtheater, Tanz- und Musik­theater sowie Theater im öffentlichen Raum.

Theater aus dem In- und Ausland können sich mit maximal zwei Inszenierungen bewerben, die nach dem 1. April 2008 Premiere hatten. Der Bewerbung soll eine komplette Aufzeichnung (keine „best-of- Szenen“) der Inszenierung beigelegt werden.

Eingebettet in die 17. Werkstatt-Tage ist das Autoren-Theater-Projekt „BOXENSTOPP Leipzig“, das erneut in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland stattfinden wird. BOXENSTOPP Leipzig dient speziell der Entwicklung neuer Stücke für das Kindertheater. Diese werden im Rahmen der Werkstatt-Tage szenisch präsentiert und diskutiert. Für BOXENSTOPP Leipzig erfolgt eine gesonderte Ausschreibung.

Die 17. Werkstatt-Tage in Leipzig verstehen sich als ein offenes Arbeits­treffen. Dazu gehören dramaturgische Gespräche mit den Theater­künstlern ebenso wie Werkateliers mit den Autoren. Geplant ist ein Bühnenbildseminar mit internationaler Beteiligung.

Bewerbungen, Hinweise und Vorschläge bitte bis spätestens 31. Dezember 2009 unter dem Stichwort: „17. Werkstatt-Tage“ an:

Theater der Jungen Welt|  Eigenbetrieb der Stadt Leipzig | Intendant Jürgen Zielinski | Lindenauer Markt 21 | 04177 Leipzig | Tel. 0341/486 60-0 | Fax 0341/477 29 94 | Mail: leitung@tdjw.de

Bewerbungen bitte unter Nennung der üblichen Produktionsangaben. Die Stückvorlage, drei DVD Mitschnitte, Kritiken und Programmhefte bei­fügen sowie einen verbindlichen Spielplan. Die Sichtung der vorge­schlagenen Inszenierungen durch die künstlerische Leitung der Werkstatt-Tage erfolgt ab sofort bis spätestens Ende März 2010.

www.assitej.de sowie www.tdjw.de

 

Einsendeschluss

31. Januar 2010

 
Förderung: Offene Förderung der Kulturstiftung des Bundes - Die Allgemeine Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht auf die Förderung einer bestimmten Sparte oder eines bestimmten Themas festgelegt ist. Es sind große, innovative Projekte im internationalen Kontext, die hier berücksichtigt werden können.

Die Mindestantragssumme soll bei 50.000 Euro liegen, eine gesicherte Kofinanzierung von 20 % der Gesamtkosten muss gewährleistet sein.

Der Einsendeschluss für Anträge ist der 31. Januar 2010.

Weitere Informationen www.kulturstiftung-des-bundes.de

 

Einsendeschluss

31. Januar 2010

 
Förderung: Gastspielförderung durch NPN Theater - Die Gastspielförderung NPN-Theater richtet sich an in Deutschland ansässige Veranstalter und Theater, die Künstler aus einem anderen Bundesland einladen. Bei einer Förderzusage erhalten die Veranstalter Zuschüsse auf die realen Gast­spielkosten in Höhe von 25 Prozent (öffentliche Träger) oder 35 Prozent (private Träger). Die realen Gastspielkosten errechnen sich aus dem gezahlten Honorar (unter Einhaltung der Mindesthonorarstruktur) und den zusätzlichen Kosten (Reise-, Transport- und Unterbringungs­kosten).

Anträge können ausschließlich in Deutschland ansässige Veranstalter stellen, wenn sie eine freie Theatergruppe aus einem anderen Bundes­land einladen. Antragsberechtigt sind z.B. freie Veranstalter, Produk­tionszentren, Stadt- und Staatstheater, Privattheater, Festivals, Uni­versitäten, Kompanien und andere Träger, sofern sie als Veranstalter auftreten. Nächste Antragsfrist für Gastspielförderung: 31. Januar 2010

Weitere Informationen www.jointadventures.net

 

Bewerbungsschluss

31. Januar 2010

 
Ausschreibung: Berliner Festspiele - Internationales Forum Theatertreffen 2010 - Das Internationale Forum des Theatertreffens ist ein zweiwöchiges, international ausgeschriebenes Programm für professionelle Theater­macher* bis 35 Jahre, die künstlerisch im Bereich Schauspiel arbeiten. Es fördert junge Theatermacher durch ein eigenständiges Programm beim Theatertreffen der Berliner Festspiele. Es findet statt in Kooperation mit dem Goethe-Institut und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. Unter­stützt wird es u.a. durch den Deutschen Bühnenverein und durch die Kulturministerien der deutschen Bundesländer.

Das Internationale Forum ist eine der drei Talenteplattformen tt Talente, mit denen das Theatertreffen den künstlerischen Nachwuchs umfassend fördert. Jedes Jahr folgen rund 60 Theater-Talente aus der ganzen Welt der Einladung nach Berlin: als Teilnehmer des Stückemarktes, des Internationalen Forums oder des Theatertreffen-Blogs.

*Frauen und Männer sind gleichermaßen angesprochen.

Informationen zum Motto und Bewerbungen www.internationales-forum.de

 

Einsendeschluss

01. Februar 2010

 
Förderung: Projektförderung durch den Fonds Darstellende Künste - Der Fonds Darstellende Künste e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, alle Arbeitsfelder und Sparten der darstellenden Künste des professionellen Freien Theaters und Freien Tanzes zu fördern und damit einen substanziellen Beitrag zur Weiterentwicklung einer vielgestaltigen Theater- und Tanzlandschaft in Deutschland zu leisten. Er fördert bundesweit herausragende und quali­tativ anspruchsvolle Einzelprojekte und Projektkonzeptionen, die sich vor allem mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen und aufgrund ihrer spezifischen Ästhetik, exemplarischen Versuchs­anordnung und besonderen Interaktion mit dem Publikum modellhaft für das Freie Theater und den Freien Tanz sind.

Nächste Antragsfrist für die Projektförderung: 01. Februar 2010

Weitere Informationen www.fonds-daku.de

 

Bewerbungsschluss

31. März 2010

 
Stipendien: Berliner Tänzerinnen und Tänzer - Die Kulturverwaltung des Berliner Senats vergibt in diesem Jahr acht Stipendien an Tänzerinnen und Tänzer sowie Choreografinnen und Choreografen im Bereich des zeit­genössischen Tanzes im Gesamtumfang von 20.000 Euro.

Bewerben können sich in Berlin lebende Tänzer/innen und Choreografinnen/ Choreografen, die ihren Arbeitsmittelpunkt in Berlin haben, über eine abgeschlossene Tanzausbildung verfügen und/oder zwei Jahre Berufs­erfahrung nachweisen können. Choreografinnen/Choreografen müssen zudem mindestens eine eigene Choreografie/Produktion zur Aufführung gebracht haben.

Gefördert werden zeitlich begrenzte Arbeitsvorhaben im Bereich des zeitgenössischen Tanzes, die der künstlerischen Entwicklung dienen. Das können z.B. Recherchevorhaben oder In- und Auslandsaufenthalte zu Weiterbildungszwecken sein.

Für die Vergabe der Stipendien ist die fachliche Beurteilung einer unab­hängi­gen Jury maßgebend. Die Antragsfrist endet am 1. März 2010. Die Förderung erfolgt unter Vorbehalt zur Verfügung stehender Mittel.

Antragsunterlagen unter www.berlin.de/sen/kultur/foerderung

 

 

Termine - Aus- und Weiterbildungen

 

Kurs: Photografs & Memories - Biografisches Theater - vom 19. - 21. Februar 2010; Leitung: Ruth Rutkowski; Kostenanteil: 165,- Euro (inkl. Ü/VP); Anmeldeschluss: 4. Januar 2010; In Kooperation mit dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen

„Photografs & Memories“ heißt nicht nur eine LP von Jim Croce, das sind vor allem Mailkonten und Foto-CDs, Super-8-Familien-Filme, Platten­kisten und Liebesbriefe. Startpunkte einer szenischen Spuren­suche, die von versprengten Einzelteilen über großformatige Portraits zu einem zusammengesetzten Gruppenbild führt. Auch so entsteht Theater, aus den Erinnerungen und Erzählungen der Beteiligten entwickelt und geformt, verknüpft und verbunden. Nicht mehr eine erdachte drama­tische Figur also, sondern die Biografien der mitwirkenden Akteure dienen als Ausgangsmaterial szenischer Arbeit. Das Rollenspiel wird abgelöst von einer Selbst-Erzählung. Nicht mehr Figuren werden gezeigt, sondern die Konstruktion von Identität vor den Augen der Zuschauer vor- und aufgeführt.

Angesiedelt zwischen Entertainment, musikalisch-choreografischem Experiment und chorischen Formaten speist biografisches Theater dabei seine szenische Phantasie aus der Verdichtung biografischen Materials, eine der "sehnsüchtigen Strategien des modernen Menschen, das Leben dem unerbittlichen Verfließen der Zeit und dem Vergessen zu entreißen". Die entsprechenden Spielweisen und Darstellungsstrategien gilt es kennen zu lernen und zu erproben.

Anmeldung bei der Bundesakademie für kulturelle Bildung Wolfenbüttel unter www.bundesakademie.de

 

Seminarprogramm

2010

 
Seminarprogramm „Kultur & Management“ erschienen - Das Kulturbüro Rheinland-Pfalz der LAG Soziokultur & Kulturpädagogik e.V. hat für 2010 sein Seminarangebot „Kultur & Management“ mit zahlreichen neuen Themen herausgebracht. Die Seminare laufen nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern auch im angrenzenden Baden-Württemberg, im Saarland und in einem ersten Testlauf auch in Hessen.

Die knapp 50 ein- oder zweitägigen Seminare richten sich an Mitarbeiter, die in der Kulturvermittlung oder im Organisations-, Verwaltungs- und Managementbereich von Kultureinrichtungen, also Kulturzentren, -ämter, -büros, -vereinen, -initiativen, Theater, Orchester, Kleinkunstbühnen, Festivalveranstalter etc., tätig sind bzw. in das Berufsfeld Kultur einsteigen wollen. Genauso interessant ist es aber auch für Künstler, die sich am Markt etablieren oder behaupten wollen.

Bei den Seminarthemen geht es schwerpunktmäßig um die Finanzierung kultureller Arbeit, Marketing und PR, Recht, Verwaltung und Rhetorik.

Kooperationspartner für die Seminare in Baden-Württemberg und Hessen sind die dortigen Landesverbände für Soziokultur, in Baden-Württemberg außerdem noch der Landesverband Freier Theater und im Saarland das Kulturamt St. Ingbert. Im Rahmen des rheinland-pfälzischen und saarländischen Bildungsfreistellungsgesetzes kann für die Seminare beim Arbeitgeber Bildungsurlaub beantragt werden. Das ausführliche Programm ist beim Kulturbüro Rheinland-Pfalz erhältlich: 0261/9821150, oder nachzulesen im Internet unter

www.kulturseminare.de

 

 

Termine - Festivals, Symposien, Tagungen

 

Frankfurt am Main

3. - 5. Dezember 09

 
Symposium: Frankfurter Autorenforum für Kinder- und Jugendtheater „Schöne junge Welt“ Jugend Kultur Alltag - Vom 3. bis 5 Dezember 2009 veranstaltet das Zentrum sein diesjähriges Frankfurter Autorenforum für Kinder- und Jugendtheater. Unter dem Titel „Schöne junge Welt – Jugend Kultur Alltag“ wird das Forum vielfältig Gelegenheit bieten, sich mit der Welt, in der Jugendliche aufwachsen und leben zu beschäftigen und sich darüber zu informieren.

Die Teilnehmer sind aufgerufen, aktiv an dem Programm mitzuwirken und sich mit den Fragestellungen des Themas und den Impulsen unserer Referenten zu konfrontieren: Welche Subkulturen werden von Jugendlichen gesucht? Was trägt zur Identitätsbildung bei jungen Menschen bei? Welche Rolle spielen Aspekte wie Körperlichkeit, Kommunikation, Werte, Medien oder Emotionalität?

Renommierte Experten, u.a. der Jugendforscher Klaus Farin (Berlin), die Soziologin Prof. Gabriele Klein (Hamburg), der Medienexperte Arne Busse (Bonn) oder der Erziehungswissenschaftler Prof. Rainer Treptow (Tübingen) nehmen Stellung und eröffnen das Gespräch mit den Teilnehmern.

Zu Wort kommen auch Jugendliche, die ihre Lebensgefühle in dramatischen Texten ausdrücken und diese vortragen.

Aus dem Bereich der professionellen Autoren haben wir eingeladen Max Eipp, Juliane Kann, Dirk Laucke und Mark Ravenhill.

Das Programm des Forums ist veröffentlicht.

 

Bochum, Düsseldorf, Köln, Mülheim

bis 06. Dezember 09

 
Festival: Theater Festival Impulse - Noch bis zum 6. Dezember läuft das Festival Impulse in Bochum, Düsseldorf, Köln und Mülheim an der Ruhr.

Die künstlerischen Leiter Tom Stromberg und Matthias von Hartz stellen nach 2007 bereits ihr zweites Programm vor. Erneut prä­sentieren sie die ganze Bandbreite der Formensprache und Möglichkeiten des freien Theaters. Bei allen Unterschieden in ästhetischer, inhaltlicher und formaler Hinsicht zeigten die ausgewählten Produktionen jedoch auch Gemeinsamkeiten, so Stromberg: „Sie alle beschäftigt die Frage nach den Formen des Zusammenlebens und Zusammenseins: gestern, heute oder morgen, in Europa oder anderswo, in Extremsituationen wie auch im Alltäglichen, ob als Künstler, Politiker, Krimineller oder als „normaler“ Mensch.“

www.festivalimpulse.de

 

Festival: panoptikum - Alle zwei Jahre veranstaltet das Theater Mummpitz in Nürnberg gemeinsam mit dem Jungen Theater Augsburg das Kindertheaterfestival panoptikum. Seit seiner Gründung im Jahre 2000 hat sich panoptikum zu einem der renommiertesten internationalen Theaterfestivals und zu einem beliebten Treffpunkt in- und ausländischer Theater- und FestivalmacherInnen entwickelt. Ein dichtes Programm mit europäischen, bayerischen und Nürnberger Aufführungen wird ergänzt werden durch verschiedene Gesprächsrunden und gesellige Ereignisse wie z.B. das traditionelle gemeinsame Eislaufen und das Festessen.
Wir hoffen, wir sehen uns in Nürnberg - vom 9. bis 14. Februar 2010.
Das Programm wird Anfang Dezember veröffentlicht:

www.festival-panoptikum.de

 

Hannover

20.-27. Februar 2010

 
Festival: Hart am Wind - 2. norddeutsches Kinder- und Jugendtheaterfestival - Bereits 2008 setzte „Hart am Wind“ in Oldenburg erfolgreich seine Segel – vom 20. bis 27. Februar 2010 wird nun das Staatstheater Hannover in Kooperation mit dem Klecks Theater, der Theaterwerkstatt Hannover, dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen e.V. und dem Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der BRD Gastgeber der nord­deutschen Theaterszene sein.

Folgende Theater aus ganz Norddeutschland sind bei „Hart am Wind“ zu sehen: Adieu: Herr Muffin I 4+, Theater für Niedersachsen (Hildesheim): Das Buch von allen Dingen I 10+, Junges Schauspielhaus Hamburg: Das Geheimnis der roten Enten I 6+, Tandera Theater mit Figuren (Testorf): Die Reise nach Ugri-La-Brek I 6+, Theaterfensterzurstadt (Hannover): Die Schöne Stunde I 8+, Theaterwerkstatt Pilkentafel (Flensburg): DOING IT I 15+, Junges Schauspiel am Deutschen Theater Göttingen: Ente, Tod und Tulpe I 6+, Theater zwischen den Dörfern (Wennigsen): Gaks & Giks I 10+, Werkgruppe 1 (Hildesheim): Ich, Peer Gynt I 15+, Moks Kinder-Jugendtheater (Bremen): JINX.Verhext I 13+, Kirschkern & Compes (Hamburg): Kater Murr I 8+, Theater Triebwerk (Hamburg): Kinder testen Schule I 3.-6. Klasse, Fundus Theater (Hamburg): Schneewitte I 8+, Oldenburgisches Staatstheater: Zappo und Masina I 6+, Theater Metronom (Visselhövede)

Weitere Informationen demnächst unter www.staatstheater-hannover.de

„Hart am Wind“ wird gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Stiftung Niedersachsen, der Klosterkammer Hannover, der Sparda-Bank Hannover-Stiftung und der S-HannoverStiftung

Wir danken für die Zusammenarbeit mit der ASSITEJ Bundesrepublik Deutschland e.V.

 

 


SCHWERPUNKT

 

Ergebnisse der Klausurtagung

des Bundesverbandes Freier Theater

in Wolfenbüttel

 

Verbesserung der Sozialen Lage Freischaffender Darstellender Künstler

von Alexander Opitz

Anlässlich der Klausurtagung des Bundesverbandes Freier Theater in Wolfenbüttel wurde auch das Symposium „Report Darstellende Künste“ nachbereitet und ein Fahrplan für die weitere Vorgehensweise aufge­stellt.

Vorweg muss ein Grundsatz festgelegt werden, auf den nach wie vor das Hauptaugenmerk der Arbeit des Bundesverbandes und seiner ange­schlossenen Landesverbände gerichtet sein muss:

Würden Freischaffende Darstellende Künstler gemäß ihrer Leistung vergleichbar zu anderen Bereichen der Darstellenden Künste gefördert, so wäre die Diskussion über die Verbesserung ihrer sozialen Lage relativ überflüssig.

Vor und während des Symposiums haben Freie Tanz- und Theater­schaffende aus ganz Deutschland schwerpunktmäßig Forderungen formuliert, die an verschiedene Bundes- und Landesministerien adressiert sind: Auf Bundesebene der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Bildungsministerium und das Ministerium für Arbeit und Soziales, auf Landesebene die Ministerien für Kultur oder Kunst.

Mit Vertretern des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales haben bereits erste Gespräche stattgefunden, wobei relativ schnell deutlich wurde, dass man den Forderungskatalog in drei verschiedene Bereiche aufteilen muss:

1. Forderungen ohne zwingende Gesetzes- oder Systemänderungen

In diesem Bereich können Entscheidungsspielräume, die einzelne Gesetze bieten, genutzt werden, um die Auslegungen praxisorientiert und realitätsnah zu gestalten. Diese Forderungen könnten relativ schnell umgesetzt werden, sofern ein Konsens bzgl. der Bewertung der Auslegungen mit den Ministerien gefunden werden kann.

2. Forderungen, die Gesetzesänderungen zur Folge haben

Gesetzesänderungen bedürfen wegen des komplizierten Gesetzge­bungsverfahrens über die jeweiligen Ausschüsse und das Parlament – gegebenenfalls auch den Bundesrat – eines Zeitrahmens von ca. zwei Jahren.

3. Forderungen, die Systemänderungen zur Folge haben

Systemänderungen wie z.B. das Rentensystem sind besonders langwierig und erfordern in der Regel einen Zeitrahmen von 5 Jahren. Sie betreffen nicht nur eine bestimmte Gruppe von Menschen, deren spezifischen Bedürfnisse per Gesetz zu regeln sind, sondern umfassen aufgrund des Gleichheitsprinzips die gesamte Bevölkerung oder zumindest größerer Teilgruppen.

 

Forderungen ohne zwingende Gesetzes- oder Systemänderungen

Einkommen

  1. Erhöhung der Förderetats der Kommunen, der Länder und des Bundes
  2. Einführung von verbindlichen Honoraruntergrenzen
  3. Förderung der Vor- und Nachbereitungszeiten von Projekten
  4. Schaffung von Förder- und Infrastrukturen im Bereich Kulturelle Bildung (Kompetenzzentren, Fördermittel für Kulturelle Bildung in Kommunen, Ländern und Bund)

Krankheit und Alter

  1. Stärkung der Künstlersozialkasse
  2. Unbürokratische Ab- und darauf folgende Wiederanmeldung bei der KSK (durch Auslandsaufenthalt oder Nebentätigkeit)
  3. Einführung eines bezahlbaren Wahltarifs für ein Krankengeld ab dem ersten Krankheitstag
  4. Änderung bzw. Präzisierung der Auslegung der Kommis­sionsgeschäftsklausel (Doppelte Verwerterabgabe) der Künstler­so­zial­kasse
  5. Anpassung der KSK-Richtlinien an Veränderungen der Berufs­praxis (wie z.B. die Abgrenzungskriterien verschiedener Berufs­gruppen (Schauspieler, Tänzer)

Erwerbslosigkeit und Familie

  1. Erhalt der freiwilligen Arbeitslosenversicherung und Zugangs­berechtigung auch für Personen, die vorher nicht sozialver­sicherungspflichtig beschäftigt waren.
  2. Bessere und zielgruppenorientierte Ausbildung von Mitarbeitern der Arbeitsagenturen
  3. Berücksichtigung von künstlerischen Berufen und Berufsgruppen bzw. freiberuflicher Erwerbsformen in entsprechenden Formularen und Softwareprogrammen der Arbeitsagenturen
  4. Anerkennung der Erwerbslosigkeit (nicht Arbeitslosigkeit) von freischaffenden Künstlern bei den Arbeitsagenturen
  5. Ausbau gut erreichbarer Künstlerdienste
  6. Ausbau von bezahlbaren, ganztägigen Betreuungsmöglichkeiten von Kindern (insbesondere im ländlichen Raum)

Ausbildung, Berufseinstieg, Berufsbegleitung

  1. Bessere Vorbereitung von künstlerischem Nachwuchs hinsichtlich freiberuflicher Tätigkeit an Schulen oder Fakultäten der Darstel­lenden Künste
  2. Geförderte Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten für freibe­rufliche Künstler (auch im fortgeschrittenen Alter)
  3. Neben dem NPN Einführung weiterer Modelle der bundesweiten Gastspielförderung (unter Berücksichtigung strukturschwacher Regionen)

 

Forderungen, die Gesetzesänderungen zur Folge haben

Krankheit und Alter

  1. Einführung einer Unfallversicherung für KSK-Versicherte
  2. Anpassung der KSK-Richtlinien an Veränderungen der Berufs­praxis (wie z.B. die Abgrenzungskriterien verschiedener Berufs­gruppen (Produzenten, Kuratoren)

Erwerbslosigkeit und Familie

  1. Anerkennung berufsbezogener Aufwendungen für die Kinder­betreuung am Abend und an Wochenenden beim Finanzamt – auch vollständige Berücksichtigung dieser Aufwendungen bei Fördermittelanträgen
  2. Als Grundlage für die Elterngeldberechnung Heranziehung des Einkommensdurchschnitts der letzten drei Jahre aufgrund der schwankenden Einkommensverhältnisse freischaffender Darstel­lender Künstler

 

Forderungen, die Sytemänderungen zur Folge haben

Krankheit und Alter

  1. Schaffung neuer Modelle in der staatlichen Rentenversicherung für freischaffende Erwerbstätige und Geringverdiener
  2. Schaffung eines Freibetrags von 300,00 Euro, der bei Renten­zahlung aus freiwilliger Altersvorsorge nicht auf die Grund­sicherung angerechnet wird.

Ausbildung

  1. Förderung der „zweiten Karriere“ für Darstellende Künstler im fortgeschrittenen Alter vor allem im Bereich Tanz (Transition) – Schaffung von Weiterbildungsmöglichkeiten und Umschulungs­angeboten für Freischaffende Künstler ohne vorherige sozialver­sicherungspflichtige Beschäftigung

 

Die Forderung nach einem „bedingungslosen Grundeinkommen“ bedarf ebenfalls einer Systemänderung. Gegenüber den oben genannten Forderungen, die unstrittig sind, herrscht hierzu bisher kein Konsens innerhalb des Bundesverbandes Freier Theater. Bevor der BuFT sich dieser Forderung anschließt, müssen seriöse Fachleute herange­zogen werden, die auf der Grundlage von detaillierten Berechnungsmodellen die finanzielle Machbarkeit und eine tatsächliche Verbesserung der sozialen Existenzgrundlage nachweisen können. Schließlich würde sich mit der Durchsetzung des bedingungslosen Grundeinkommens das gesamte bestehende Sozialsystem grundlegend verändern. 

Um den Forderungen mehr Nachdruck verleihen zu können, wird der Bundesverband Freier Theater mit anderen Verbänden zusammen­arbeiten. So ist eine enge Kooperation mit dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler geplant, der in der vergangenen Legis­laturperiode die Änderung der ALG 1-Gesetzgebung (Reduzierung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungszeit auf 5 Monate innerhalb von zwei Jahren, um ALG 1 beanspruchen zu können) erreichen konnte. Je mehr Verbände gemeinsam an einem Strang ziehen, umso größer ist die Chance, nachhaltige Veränderungen herbeizuführen.

 

 

Neue Strukturen beim BuFT oder Das Wolfenbüttler Programm
Ergebnisse der Klausur in Wolfenbüttel

von Eckhard Mittelstädt

 

Im September traf sich der Vorstand des BuFT mit Vertretern aus allen Landesverbänden, um abseits des Tagesgeschäftes über neue und alte Aufgaben des Bundesverbandes und das Selbstverständnis seiner Mitglieder nachzudenken.

Im Laufe der vergangenen zwei Jahre wurde der Verband zu einem geachteten und anerkannten Gesprächspartner auf der bundespolitischen Ebene. Höhepunkte waren in diesem Jahr der Abend der Freien Theater beim Bundespräsidenten und das Symposion zur sozialen Lage, in dessen Folge es zu vielen Gesprächen mit den beteiligten Bundesministerien kam. Die Sitzungen des Bundesvorstandes waren daher häufig von Fragen dominiert, die sich aus diesen Begegnungen ergaben. So musste manche Aufgabe und mancher Diskurs zurückgestellt werden. Gleich­zeitig ergab sich die Notwendigkeit mit einer neuen Struktur auf die gewachsene Bedeutung des BuFT zu reagieren, die den sehr vielfältig organisierten Landesverbänden gerecht wird.

Neben einigen hauptamtlich agierenden Geschäftsstellen ist die Mehrheit der Landesverbände neben- und ehrenamtlich organisiert. Auch die Zusammensetzung der Mitgliedschaft ist in den Landesverbänden sehr unterschiedlich.

Unter der externen Moderation von Sören Fenner (theaterjobs.de) wurden verschiedene Handlungsfelder festgelegt, für die einzelne Vorstandsmitglieder verantwortlich zeichnen. Das Arbeitsschema und ein Zeithorizont für die Erledigung der gestellten Aufgabe wurden für alle im Folgenden aufgeführten Arbeitsgruppen verbindlich festgelegt: Zunächst wird die zugrunde liegende Fragestellung bzw. Behauptung definiert, Lösungsvorschläge erarbeitet und der entsprechende Kosten- und Zeit­auf­wand errechnet, um die Lösungsvorschläge in einen Antrag an den Gesamtvorstand münden zu lassen, der dann wiederum das Heft des Handelns wieder in die Hand nimmt.

 

 

 

 

Folgende Arbeitsgruppen wurden in einem ersten Schritt festgelegt:

1. AG Wissenschaft - Bildung


Welche wissenschaftlichen Diskurse sollte der BUFT für die Freien Theater initiieren und welches sind adäquate Formate dafür? Wo sind Seminare und Kongresse sinnvoll? Welchen Bedarf an Aus- und Weiterbildung gibt es in der Mitgliedschaft? Welche Bedürfnisse können durch Kooperationen mit anderen Verbänden und Organisationen be­friedigt werden? Wo verfügen einzelne Landesverbände über Formate, die auch Mitgliedern aus anderen Landesverbänden zugänglich gemacht werden können? Wo sollte der BuFT selbst tätig werden?

Mitglieder der AG: Jan Deck, Eckhard Mittelstädt

Ansprechpartner: Eckhard Mittelstädt


2. AG Schutz

Welche Werkzeuge sollte der BUFT bereitstellen, um den Mitgliedern in sozialpolitischen, Versicherungs- und Abgabenfragen (KSK, GEMA) behilf­lich zu sein? Wo sind neue Verträge zu verhandeln? Wo haben Landes­verbände Verträge ausgehandelt, die für andere Mitgliedsverbände erschlossen werden können? Welche innere Struktur braucht der BUFT, um kurzfristig zu beraten, einzugreifen oder an Fachleute zu delegieren?

Mitglieder der AG: Alexandra Schmidt, Alexander Opitz, Johanna Genth

Ansprechpartner: Alexandra Schmidt


3. AG Kommunikation nach innen

Welche Strukturen der Binnenkommunikation braucht der BuFT, welche können kurzfristig verbessert werden?

Mitglieder der AG: Wolfgang Hauck, Martin Huber

Ansprechpartner: Wolfgang Hauck


4. AG Argumentation-Statistik

Wie können durch eine einheitliche Statistik der Arbeit der Freien Theater bundesweit relevante Zahlen generiert werden und zur Argumentation auf Bundes- und Länderebene nutzbar gemacht werden? Wie lassen sich Spezifika einzelner Landesverbände dennoch kenntlich machen?

Mitglieder der AG: Frank Reich, Fabian Schwarz; Gäste: Alexander Opitz, Michael Freundt

Ansprechpartner: Frank Reich


5. AG Satzung

Ein Klassiker der Verbandsaufgaben. Die 1991 bei Gründung des Verbandes festgelegte Satzung muss den veränderten Strukturen des größer gewordenen Verbandes und den heutigen Anforderungen an demokratische und transparente Strukturen angepasst werden.

Ansprechpartner: Frank Reich, Katrin Brademann, Alexander Opitz

6. AG Kongress

Wo, wann und mit wem kann ein Bundeskongress der Freien Theater organisiert werden? Welche Möglichkeiten der Finanzierung gibt es? Wie kann der Diskurs der Freien Theater durch regelmäßige Veranstaltung eines Kongresses verstetigt werden? Welche Themen sollten behandelt werden? Welche Kooperationspartner gälte es zu gewinnen?

Mitglieder der AG: Alexander Opitz, Michael Freundt (ITI), Eckhard Mittelstädt

Ansprechpartner: Alexander Opitz


7. AG Vorbereitung Grundsatzdiskussion

Was ist eigentlich Freies Theater? Welche Grundlagen und inhaltlichen Ziele wären für Freie Theater zu definieren? Welche Strategien folgen daraus? Mit welchem Selbstverständnis reagiert der BUFT auf gesell­schaftliche Entwicklungen? Wie positioniert sich der BUFT zu Themen die im politischen Raum stehen (etwa Migration, Kreativwirtschaft, Kulturelle Bildung)? Welche Auswirkungen hat das auf die Arbeit der Freien Theater? Welche Strukturen und welche Handlungsinstrumente sind notwendig?

Mitglieder der AG: Jan Deck, Alexander Pinto, Frank Reich
Ansprechpartner: Jan Deck


8. AG Interessenvertretung

Welche und wessen zum Teil auch widersprüchliche Interessen vertritt der Bundesverband und auch mancher Landesverband? Wen re­präsentiert der BuFT, die Mitglieder oder alle Freien Theater? Welche Strategien gibt es für eine möglichst authentische Interessen­vertretung?

Mitglieder der AG: Anne Passow, Anne Porst, Eckhard Mittelstädt
Ansprechpartner: Anne Passow


9. AG Kommunikation nach Außen

In welcher Form, wer und mit welchen Mitteln kommuniziert der Verband nach außen? Wie kann ein professionelles Konzept für die Öffent­lichkeitsarbeit mit Presseverteiler, Homepage und Rundmail auch schon vor der Einrichtung der Geschäftsstelle entwickelt und umgesetzt werden? Welche kurzfristigen und welche langfristigen Ziele sollen in der Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes erreicht werden?

Mitglieder der AG: Alexandra Schmidt, Katrin Brademann
Ansprechpartner: Katrin Brademann


10. AG Einkommen und Honorare

Der BuFT sollte Richtwerte für Honorare für Tätigkeiten Freier Theaterschaffender entwickeln.  Wie sollten Tätigkeiten aufgeschlüsselt werden. Wie kann ein Stundensatz errechnet werden (Warenkorb - Tarife)? Wie und wem sollten solche Honorarsätze vermittelt werden? Wie kann für die Angemessenheit der Honorare Sorge getragen werden? Welche Besonderheiten (Örtlichkeit, Art der Tätigkeit, Marktgängigkeit etc.) müssen beachtet werden?

Mitglieder der AG: Katrin Brademann, Alexander Opitz
Ansprechpartner: Katrin Brademann

 

Alle Arbeitsgruppen werden im März erste und manche auch endgültige Ergebnisse vorstellen. Im Sinne einer Transparenz des Bundesverbandes werden wir über alle relevanten Ergebnisse immer wieder an dieser Stelle berichten und freuen uns auf Anregungen aus der Mitgliederschaft. Alle als Ansprechpartner genannten Vorstandsmitglieder können selbst­verständlich auch direkt angesprochen werden. Die Kontaktdaten finden sich auf der Webseite des BUFT: www.freie-theater.de


 


Blick nach…

 

Worum wird gerade im Verband in Hamburg gekämpft? Welche neuen Fortschritte hat der Landesverband Niedersachsen in der Kulturpolitik erreicht? Was kann man von den Bayern lernen? In der Rubrik „Blick nach…“ berichten GeschäftsführerInnen und/oder Vorstände aus den Landesverbänden darüber, was Sie gerade besonders beschäftigt und welche heißen Eisen sie gerade schmieden. Heute fällt der Blick nach …

 

Sachsen-Anhalt

Katrin Brademann, Geschäftsführerin des Landeszentrums „Spiel & Theater“ Sachsen-Anhalt e.V., stellt den Verband vor:

 

Fakten – Landeszentrum „Spiel & Theater“ Sachsen-Anhalt e.V.

Das Landeszentrum „Spiel & Theater“ Sachsen-Anhalt e.V. (LanZe), 1991 gegründet,  ist das Organisations-, Koordinierungs-, Weiterbildungs- und Beratungszentrum für Gruppen und Einzelkünstler, die im Bereich der Amateur-, Schüler- und Freien Theater im Land tätig sind. Damit ist LanZe nicht der typische Landesdachverband für ausschließlich Freie Theater, wie er in anderen Bundesländern umgesetzt wird. Vielmehr bündelt er die Interessen der gesamten Theaterszene jenseits der Stadt- und Landesbühnen in Sachsen-Anhalt. So setzen sich auch die 53 Mit­glieder aus professionellen Freien Theatergruppen, Einzelkünstlern,  Theater­pädagogen und Schultheatergruppen zusammen. Zur Bundes­ebene hin vertritt LanZe die Interessen des Landes im Bundesverband Amateurtheater (BdAT); Bundesverband Theater an Schulen (BVTS); im Bundesverband Freier Theater (BUFT) sowie im Bundesverband Theater­pädagogik (BUT).

Ein wesentliches Standbein des Landeszentrums ist der Fortbildungs­bereich. Neben den regelmäßigen Theaterwerkstätten führt LanZe die grundständige berufsbegleitende Weiterbildung „Theaterpädagogik“, nach den Richtlinien des Bundesverbands Theaterpädagogik, mit ins­gesamt 600 Stunden in drei Modulen durch. Seit 1995 erhält LanZe für seine mit drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen besetzte Geschäftsstelle eine institutionelle Förderung durch das Kultusministerium Sachsen-Anhalt. Spätestens in diesem Jahr mussten wir erfahren, dass die angespannte Fördersituation im Land auch nicht vor einer institutionellen Förderung halt macht. Im letzten Moment und nur mit größter An­strengung werden wir 2009 die Geschäftsstelle bis Ende des Jahres offen halten können. Für den Doppelhaushalt 2010 und 2011 geht es dann ab Januar von vorn los. Ähnliches gilt für die Förderung Freier Projektarbeit im Land.

 

LanZe - Projekte

KLaTSch! Kulturelles Lernen an (Off) Theater und Schulen in Sachsen-Anhalt. Im Februar 2004 startete LanZe ein Projekt zur Vernetzung von Freien Theatern und Schulen in Sachsen-Anhalt. Unter dem Namen: „KLaTSch!- Kulturelles Lernen an (Off) Theater und Schule“ erhalten Kinder und Jugendliche aus Sachsen-Anhalt die Möglichkeit, einen Theaterbetrieb der freien Szene in seiner ganzen Komplexität kennen zu lernen. Ein zentraler Aspekt dieser engen Partnerschaft beruht auf der Förderung eines leben­digen Austausches zwischen den jeweiligen Schülern einer Schule und den Theaterleuten einer konkreten Bühne. Die Schüler erhalten neue Ausdrucksmöglichkeiten sowie Einblicke in das tatsächliche Bühnenge­schehen. Ein dynamischer Austausch zwischen freien Theatermachern und Schülern soll dabei im Rahmen des Projektes auf vielfältige Weise und zum Nutzen beider Seiten befördert werden.

Derzeit arbeiten 21 Kooperationen (aktiv 257 Kinder und Jugendliche) in regelmäßigen Theaterwerkstätten im so genannten Basisprogramm (1 x wöchentlich) und ergänzend in mehrtätigen Theatertagen und Fachtagen zusammen. Seit 2004 sind insgesamt 44 KLaTSch! Kooperationen mit über 520 aktiv beteiligten Kindern und Jugendlichen entstanden.

 

Landesschülertheatertreffen Sachsen-Anhalt

Die Entwicklung des Theatermachens mit Schülerinnen und Schülern in Sachsen-Anhalt ist ein Schwerpunktbereich unserer Arbeit.

Als ein erfolgreiches und über die Jahre hinweg gewachsenes Instrument zur Anhebung der Qualität der Schülertheaterarbeit, zu deren Wett­bewerbsfähigkeit im bundesweiten Vergleich, ist das Landesschüler­theatertreffen (STT) zentraler Mittelpunkt dieses Arbeitsfeldes. Das STT ist ein landesweit ausgeschriebenes Theaterfestival für Schultheater­gruppen und Jugendtheatergruppen ab dem 14. Lebensjahr, welches seinen Wesensgehalt im Bildungsaspekt hat. Die stete Weiterentwicklung dieses Theatertreffens, die Erfahrungswerte mit den Instrumentarien des Festivals bietet die Basis einer qualifizierten Auseinandersetzung mit Theater an Schulen. Darüber hinaus gilt es stets neue Entwicklungen und Themen zu erkennen und aufzunehmen, neue Elemente flexibel ein­zubauen, um aktuellen Ansprüchen und Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Entwicklung hin zu einem Theatertreffen von Jugendlichen für Jugendliche, die authentische Auseinandersetzung mit dem Medium Theater, dass als einzige Sparte alle Kunstformen in sich einzuschließen vermag, ist genuines Ziel des Landesschülertheatertreffen sowie der regionalen Theatertreffen.

 

Arbeitszirkel Freier Theater

Im Oktober dieses Jahres führten wir einen Arbeitszirkel Freier Theater am Bauhaus Dessau durch. An zwei Tagen waren Freie Theater­künstlerInnen aus Sachsen-Anhalt eingeladen, konzeptionelle Ansätze zu diskutieren, inhaltliche Themen einzuengen und neue Wege Freier Theaterarbeit in Sachsen-Anhalt zu formen. Die Freie Theaterarbeit im Land hat sich an die Möglichkeiten der Projektförderung und an die Zwänge der Haushaltskonsolidierung der vergangenen Jahre angepasst, so dass reizvolle, innovative künstlerische Ansätze aufgrund bestehender Förderszenarien von vornherein nicht umgesetzt werden. Die Abwan­derung innovativer Theatermacher wird mehr und mehr zum Problem. Eine nicht nur in Sachsen-Anhalt erkennbare Tendenz ist der lose Zusammenschluss von Freien Theatermachern zu Produktionsge­sellschaften, die sich für ein spezielles Projekt zusammenfinden. Aus diesem Grund möchten wir mit einem Theaterfestival für Freie Theater in 2010 über einen Produktionskostenetat, Freien Theatergruppen des Landes die Möglichkeit bieten neue Ideen umzusetzen.

Katrin Brademann, Geschäftsführerin

Landeszentrum „Spiel & Theater“ Sachsen-Anhalt e.V. | Bandwirker Straße 12 | 39114 Magdeburg | info@Lanze-Lsa.de | www.Lanze-Lsa.de

 

 

Nachrichten

 

Kulturpolitische Gesellschaft mit neuem Vorstand

Wir zitieren eine Pressemeldung der Kulturpolitischen Gesellschaft vom 14. November 09: Präsident Oliver Scheytt wiedergewählt

Die Mitgliederversammlung der Kulturpolitischen Gesellschaft hat am Samstag, dem 14. November, im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn einen neuen Vorstand gewählt. Dabei wurde der Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH (Essen), Prof. Dr. Oliver Scheytt, in seinem Amt als Verbandspräsident bestätigt. In den zwanzigköpfigen Vor­stand neu gewählt wurden u.a. der Parlamentarische Staatsekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Hans-Joachim Otto (FDP), sowie die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestags Prof. Monika Grütters (CDU) und der Bundes­tagsabgeordnete Siegmund Ehrmann (SPD).

In einer kulturpolitischen Erklärung „Kulturpolitik trotz Krise. Was ist zu tun?“ (s.u.) nahm die Mitgliederversammlung zu den drohenden Kürzungen der Kulturausgaben in den Städten und Gemeinden Stellung und forderte eine bessere gesetzliche Absicherung dieser wichtigen Aufgaben. Oliver Scheytt erklärte dazu: „Es darf nicht sein, dass die Kultur über Gebühr zur Ader gelassen wird, weil den Kommunen das Geld ausgeht. Kulturförderung ist Verfassungsauftrag der Länder und Pflichtaufgabe der Städte und keine Verschiebemasse in Sparzeiten. Kunst und Kultur bereichern die Lebens­qualität unserer Städte. Kulturelle Bildung sowie die Kultur- und Kreativ­wirtschaft tragen entscheidend zur Zukunftsfähigkeit unseres Gemein­wesens bei. Deshalb kämpfen wir für den Erhalt und die Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur.“

 

Kulturpolitik trotz Krise – Was ist zu tun?

Wir zitieren eine Presse-Erklärung der Kulturpolitischen Gesellschaft vom 14. November 09:

Gefährdung der kulturellen Infrastruktur

Die Vielfalt und Qualität der öffentlichen und privaten kulturellen Infra­struktur in Deutschland ist durch die Auswirkungen der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise bedroht. Bedingt durch Steuerausfälle und steigende Belastungen stehen immer mehr Kommunen vor dem Problem, ihre laufenden kulturellen Aufgaben nicht mehr im gewohnten Umfang und in ausreichender Qualität wahrnehmen und finanzieren zu können. Erschwerend kommt hinzu, dass finanziell angeschlagene Kommunen von den Aufsichtsbehörden zu Einschnitten in die vermeintlich „frei­willigen“, gesetzlich nicht gesicherten Aufgaben aufgefordert werden. Solche Einsparungen führen häufig zu irreparablen Schäden in der kulturellen Infrastruktur. Museen ohne Ausstellungen und ohne Samm­lungs­pflege, Theater ohne neue Inszenierungen, Bibliotheken ohne neue Bücher und eine freie Kulturszene ohne Projektmittel werden schnell nutzlos. Zahlreiche Einrichtungen arbeiten und wirtschaften schon jetzt am Rande ihrer Leistungsfähigkeit, teilweise unter prekären Be­dingungen, manche sind aktuell von der Insolvenz bedroht. Weitere überproportionale Kürzungen sind zu befürchten, die nicht nur eine Reduzierung des Kulturangebotes, sondern die Schließung ganzer Einrichtungen zur Konsequenz haben können. Mäzene und Sponsoren reduzieren angesichts der Finanzkrise ihr Engagement, so dass Dritt­mittel wegfallen und eine Kompensation der öffentlichen Sparmaß­nahmen auf diesem Weg nicht zu erreichen ist.

Weitere überpropor­- tio­nale Kürzungen sind zu befürchten.

 
Alte Disparitäten – neue kulturelle Interessen

Es droht ein Prozess der sozialen und kulturellen Spaltung.

 
Kulturpolitik steht angesichts der sozialen und demografischen Entwick­lung sowie der durch Digitalisierung und Medialisierung veränderten kulturellen Angebotsstrukturen und Wahrnehmungsmuster vor großen Herausforderungen. Gerade in strukturschwachen, durch Abwanderung und Überalterung gekennzeichneten ländlichen Regionen, insbesondere im Osten Deutschlands, aber auch in den Problemregionen der Ballungs­gebiete, kumulieren die Effekte sozialer Armut und schwacher kommu­naler Finanzkraft. Dies führt dazu, dass gerade dort, wo Kultur­vermittlung gestärkt werden sollte, um Teilhabegerechtigkeit herzustel­len, die erforderlichen Mittel fehlen. Es droht ein Prozess der sozialen und kulturellen Spaltung. Der Kreis kultureller Intensivnutzer wird kleiner und sozial homogener, während die durch Arbeitslosigkeit und Marginali­sierung betroffenen Bevölkerungsgruppen immer weniger Zugangs­optionen haben oder wahrnehmen. Das Menschenrecht auf kulturelle Teilhabe und das Verfassungsgebot der Gleichwertigkeit der Lebe­nsverhältnisse werden dadurch beeinträchtigt.

Hinzu kommt, dass vor allem die jüngere Generation, die mit dem Angebot der neuen digitalen Medien aufgewachsen ist, neue kulturelle Orientierungen und Interessen ausbildet, die in der Kulturpolitik noch nicht ihren Niederschlag gefunden haben.

Kulturpolitik braucht handlungsfähige Kommunen

Die Länder und Kommunen haben in Deutschland einen gesetzlich fest­gelegten Kulturauftrag. Er ist in allen Landes- und Kommunalver­fassun­gen enthalten. Die Kulturförderung liegt vor allem in der Hand der Städte und Gemeinden. Sie sind die Garanten für Reichtum, Vielfalt und Qualität unserer kulturellen Landschaft. Deshalb darf der kommunale Kultur­auftrag nicht unter einen permanenten und radikalen Finan­zierungs­vorbehalt gestellt werden.

Alle politisch Verantwortlichen haben dafür Sorge zu tragen, dass die Kommunen ihren Kulturauftrag ausfüllen können.

 
Wenn weitere finanzielle Belastungen der Kommunen deren Gestaltungs­freiheit im Kulturbereich auf Null reduzieren, kann der Verfassungsauf­trag nicht mehr erfüllt werden. Alle Ebenen unseres Staates und alle politisch Verantwortlichen haben dafür Sorge zu tragen, dass die Kommunen ihren Kulturauftrag ausfüllen können. Folgende Maßnahmen können dabei behilflich sein und sollten ernsthaft geprüft werden: Ein Substanzerhaltungsprogramm des Bundes und der Länder, um öffent­liche und freie Kultureinrichtungen in den Kommunen vor dem Ruin zu bewahren; eine Kulturpauschale der Länder im Finanzausgleich der Kommunen durch die Aufstockung der Verbundmasse, die von Haus­halts­sicherungsmaßnahmen der Aufsichtsbehörden unberührt bleibt; Kulturfördergesetze der Länder, die insbesondere die kulturelle Bildung als Pflichtaufgabe in den Kommunen einordnen, um die Voraussetzungen für die kulturelle Teilhabe aller Bevölkerungskreise zu verbessern.

Kulturpolitik muss wirkungsvolle Reformen anstoßen

Eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung öffentlicher Kulturauf­gaben durch Bund, Länder und Kommunen ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für die Zukunftsfähigkeit der kulturellen Infrastruktur. Aufgrund des immens gewachsenen Freizeit- und Medien­angebotes und der veränderten kulturellen Interessen in der Gesellschaft wird sich die Nachfragesituation für kulturelle Einrichtungen und Ange­bote in den nächsten beiden Jahrzehnten tief greifend verändern. Darauf wird sich die Kulturpolitik durch eine offensive Strategie zur Erweiterung des Kulturpublikums sowie zum Umbau und zur Weiterentwicklung der kulturellen Infrastruktur einstellen müssen, damit nicht „Hülle ohne Fülle“ das Ergebnis sein wird.

Kunst und Kultur dürfen nicht wirtschaftlichen Zwecken unter­geordnet werden.

 
Ziel muss es sein, für mehr Teilhabegerechtigkeit zu sorgen. Dies be­deutet: Vorrang für kulturelle Bildung, um die Kulturkompetenz jedes Einzelnen zu stärken. Die Entwicklung von Angebotsformaten, die der veränderten Sozialstruktur Rechnung tragen, und eine soziale Eintritts­preisgestaltung sind unverzichtbar, um den Zugang für möglichst viele Menschen zu ermöglichen. Neue Konzepte der Kulturvermittlung und der Besucherorientierung müssen zu Standardprogrammen aller Kulturein­richtungen werden. Ein Bundesförderfonds für interkulturelle Projekte (s. dazu auch den Vorschlag der Enquete-Kommission „Kultur in Deutsch­land“), ist auf Bundesebene einzurichten, um die „Kultur der Aner­kennung“ an Beispielen konkret werden zu lassen.

Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik. An diesem Anspruch werden wir die Kulturpolitik von Bund, Ländern und Kommunen auch in Zukunft messen. Die Kulturpolitik muss sich wie alle anderen Politikbereiche auf die wirtschaftlich schwieriger gewordene Situation einstellen. Statt übereilter Schließungen von Kultureinrichtungen ist ein sinnvoll geplanter Umbau der kulturellen Infrastruktur voranzutreiben, damit sie für die Heraus­forderungen der Zukunft gewappnet ist. Kunst und Kultur dürfen nicht wirtschaftlichen Zwecken untergeordnet werden.

Wir erwarten von den politisch Verantwortlichen, dass sie den Ernst der Lage erkennen, in der sich viele Kultureinrichtungen befinden, und mit Besonnenheit und Sachverstand die Weichen für die Zukunft stellen. Dazu gehört auch, dass Angebote der kulturellen Bildung gesichert werden und Einsparungen im Kulturbereich nicht einseitig zu Lasten der Freien Kulturszene sowie der Sozio- und Breitenkultur gehen dürfen.

 

Das Seebeben hat stattgefunden, die Wellen bauen sich auf und jeder weiß, dass eine Katastrophe naht.

 
Spar-Tsunamie rollt: Wuppertal, Köln, Hamburg, Stuttgart ...

Wir zitieren eine Pressemitteilung des Deutschen Kulturrats vom 22. November 09: Der Kulturbereich muss jetzt auf die Straße gehen und den Sparkommissaren die Rote Karte zeigen

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, warnt seit einem Jahr vor der großen Sparwelle, die besonders die kommunalen Kulturstrukturen treffen wird. Jetzt werden die Aus­wirkungen auf breiter Front sichtbar. Das Wuppertaler Schauspielhaus zum Beispiel soll geschlossen werden. Wie in Wuppertal soll auch in Köln die Kulturausgaben drastisch gesenkt werden.

Um mehr Informationen über die Situation der Kulturfinanzierung zu erhalten, hat der Deutsche Kulturrat Oberbürgermeister der deutschen Städte über 100.000 Einwohnern befragt, wie sich die Kulturfinanzierung in der jeweiligen Stadt mit Blick auf die schwierige Haushaltslage entwickeln wird, ob Spielräume für Investitionen gesehen werden und welche Akzente gesetzt werden sollen.

Alle Oberbürgermeister (39), die sich an der Befragung beteiligt haben, sehen sich vor einer äußerst schwierigen Haushaltssituation. Städte, die bereits seit Jahren in der Haushaltssicherung sind, d.h. deren Haushalte von der Kommunalaufsicht genehmigt werden müssen, sehen kaum mehr Spielräume, Einsparungen vorzunehmen. Einsparungen würden hier Schließungen bedeuten, die zugleich die Abwärtsspirale verstärken würden.

Trotz der deprimierenden Situation in den Kommunen wird ein Hoffnungsschimmer sichtbar. In Hamburg zum Beispiel protestierten Kulturschaffende vehement gegen den Plan, den Kulturetat von 211 auf 201 Millionen Euro auszudünnen. Auch in Stuttgart regt sich deutlicher öffentlicher Widerstand gegen die Streichung von 5 Millionen Euro im Kulturetat.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagt: „Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Kultur­bereich erscheinen teilweise wie ein Tsunami. Das Seebeben hat stattgefunden, die Wellen bauen sich auf und jeder weiß, dass eine Katastrophe naht. Doch was kann getan werden? Hoffen ungeschoren davonzukommen? Weglaufen oder sich entgegen stellen? Und vor allem, was passiert nach der Überflutung und der unausweichlich damit einhergehenden Zerstörung? Der Kulturbereich muss jetzt auf die Straße gehen und den Sparkommissaren die Rote Karte zeigen. Die Kulturausgaben der Kommunen, der Länder und des Bundes betragen laut Kulturfinanzbericht des Statistischen Bundesamtes gerade einmal 1,6 Prozent der öffentlichen Ausgaben. Selbst wenn man jetzt viele Kultureinrichtungen kaputt spart, werden die Schuldenberge nicht sichtbar abschmelzen. Der Schaden für unser Gemeinwesen wird aber unbezahlbar sein.

www.kulturrat.de

Steuerpolitik für Kunst und Kultur - Resolution des Deutschen Kulturrates mit steuerpolitischen Vorschlägen für die 17. Wahlperiode des Deutschen Bundestags

Das Steuerrecht ist ein wichtiges Instrument zur direkten und indirekten Kulturförderung.

 
Wir zitieren eine Resolution des Deutschen Kulturrats vom 20. November 09: Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, legt mit dieser Resolution Vorschläge zur Veränderung des Steuerrechts in der 17. Wahlperiode des Deutschen Bundestags vor. Das Steuerrecht ist ein wichtiges Instrument zur direkten und indirekten Kulturförderung. Ein kulturfreundliches Steuerrecht kann dazu beitragen, dass sich mehr Menschen in Kulturorganisationen engagieren, dass Kulturorganisationen unkompliziert ihren steuerlichen Pflichten nachkommen, dass der Kulturaustausch unbürokratisch ablaufen kann, dass der Kauf von Kulturgütern breiten Bevölkerungsschichten möglich ist und vieles andere mehr.

Der Deutsche Kulturrat legt die steuerpolitischen Vorschläge bewusst direkt zu Beginn einer neuen Wahlperiode vor, damit eine mittelfristige Debatte im Deutschen Bundestag stattfinden kann. Der Deutsche Kulturrat konzentriert sich in dieser Resolution bewusst auf wenige konkrete Vorschläge, deren Umsetzung ihm aber besonders dringlich ist. Der Deutsche Kulturrat formuliert teilweise Anliegen mit einer längerfristigen Zielsetzung, die im europäischen Kontext zu sehen sind.

Umsatzsteuer / Optionsmodell zur Umsatzsteuerbefreiung

Der Deutsche Kulturrat appelliert an die Bundesregierung sich auf europäischer Ebene dafür einzusetzen, dass Kultureinrichtungen ein Wahlrecht eingeräumt wird, ob sie die Möglichkeit der Umsatzsteuer­befreiung nutzen wollen oder nicht. Bereits die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags „Kultur in Deutschland“ hat in ihrem Schlussbericht (Bundestagsdrucksache 16/7000) ein solches Options­recht empfohlen. Aktuell stehen insbesondere privatwirtschaftliche Kultur­einrichtungen vor dem Problem, dass die Finanzbehörden von sich aus für eine Umsatzsteuerbefreiung votieren und die entsprechenden Schritte bei den zuständigen Kulturbehörden einleiten, ohne zuvor mit den Kultureinrichtungen Rücksprache genommen zu haben. Für die Kultureinrichtungen hat dieses Vorgehen negative Auswirkungen, da oftmals in beträchtlichen Umfang Steuern nachgezahlt werden müssen.

Einkommenssteuer / Beschränkte Steuerpflicht ausländischer Künstler

Der Deutsche Kulturrat hält nach wie vor eine grundlegende Reform der beschränkten Steuerpflicht für ausländische Künstlerinnen und Künstler, die in Deutschland auftreten, für erforderlich. Zwar wurden mit dem Jahressteuergesetz 2009 einige Verbesserungen erreicht. Umfassend wurde das Problem aber nicht gelöst.

Der Deutsche Kulturrat erinnert daher an seinen eigenen Vorschlag „Besteuerung ausländischer Künstler unkompliziert regeln! – Stellung­nahme des Deutschen Kulturrates zur beschränkten Steuerpflicht ausländischer Künstlerinnen und Künstler“. Dieser Vorschlag geht über eine Reparatur am bestehenden System hinaus und reformiert das System der Besteuerung ausländischer Künstler grundlegend. Der Deutsche Kulturrat zieht eine solche grundlegende Reform, die auf europäischer Ebene ebenso vorangetrieben werden könnte, einer kleinen Lösung im Rahmen des bestehenden Systems vor. Er fordert daher die Mitglieder des neu gewählten Deutschen Bundestags und des Europäischen Parlaments sowie die Bundesregierung und die Europäische Kommission auf, diesen Vorschlag gerade mit Blick auf den Abbau von Bürokratie und die Stärkung der Mobilität der Künstler zu prüfen.

Kulturorchestererlass

Ebenso sieht der Deutsche Kulturrat das Erfordernis, den Kulturor­chestererlass zu modernisieren und vor allem zu entbürokratisieren.

Gemeinnützigkeitsrecht

In der 16. Wahlperiode wurden einige Verbesserungen im Gemeinnützig­keits- und Spendenrecht vorgenommen, die das bürger­schaftliche Engagement im Kulturbereich stärken. Diese Strategie der Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements sollte aus Sicht des Deutschen Kulturrates konsequent weiter verfolgt werden. Als besonders wichtig erachtet der Deutsche Kulturrat die zeitnahe Mittelverwendung auf drei Jahre auszudehnen.

www.kulturrat.de

 

 

Recht und Bürokratie

 

Private Krankenversicherung und ALG II

Privat krankenversicherte so genannte „Hartz-IV-Empfänger“ haben Anspruch auf die volle Erstattung ihrer Beiträge. Das hat das Sozial­gericht Gelsenkirchen in einem Eilbeschluss klar gestellt. Privatver­sicherte seien mit freiwillig in der gesetzlichen Kasse gleichzustellen, für die auch die kompletten Beträge übernommen werden, wenn sie ALG II bekommen (Az.: S 31 AS 174/09 ER). (dpa)

 

Umsatzsteuerpflicht bei Zahlungen aus öffentlichen Kassen

1. Bei Zahlungen aus öffentlichen Kassen kann es an einem Leistungs­austausch fehlen, wenn die Zahlung lediglich der Förderung der Tätigkeit des Empfängers allgemein, aus strukturpolitischen, volkswirtschaftlichen oder allgemeinpolitischen Gründen dient und nicht der Gegenwert für eine Leistung des Zahlungsempfängers an den Geldgeber ist.

2. Bei Leistungen, zu denen sich die Vertragsparteien in einem gegen­seitigen Vertrag verpflichtet haben, liegt grundsätzlich ein Leistungs­austausch vor.

3. Für die Steuerbarkeit einer Leistung ist nicht entscheidend, ob sie letztlich im öffentlichen Interesse liegt. Ein Interesse der Allgemeinheit, das dem Handeln jeder öffentlich-rechtlichen Körperschaft innewohnt, schließt die Identifizierbarkeit des Leistungsempfängers nicht aus. Entscheidend ist nur, ob ein individueller Leistungsempfänger vorhanden ist, der aus der Leistung einen konkreten Vorteil zieht.

BFH - Urteil vom 18.12.2008 - V R 38/06 (aus Vereinsknowhow.de – Vereinsinfobrief Nr. 182 – Ausgabe 11/2009 – 30.06.2009)

Was noch?

 

Stellenangebote

Schauwerk Dresden-Hellerau sucht Theaterschaffende - In der Zeit vom 8. Januar 2010 – 1. April 2010 sollen im Schauwerk Dresden zwei Pro­duktio­nen erarbeitet werden, geplant sind Mark Ravenhills „Shoot/ Get Treasure/ Repeat“ und Neil LaButes „Some Girl(s)“. Ergänzend zur Inszenierungsarbeit gibt es einen Workshop, der sich an der Schauspieltechnik von Michael Tschechow orientiert, Sprechunterricht, Körpertraining und Basics in Camera.

Dafür können sich Theaterschaffende der verschiedensten Profile bewerben mit den üblichen Unterlagen kontakt@schauwerk-dresden.de

Das Angebot richtet sich an SchauspielerInnen, Bühnen- und Kostüm­bildnerInnen, DramaturgInnen und RegieassistenInnen, die Leistungs­empfänger von der Agentur für Arbeit sind und damit einen Bildungs­gutschein im Rahmen der beruflichen Weiterbildung (§ 85 SGB III) beantragen können. Dieser Bildungsgutschein ist Voraussetzung für die Teilnahme.

Schauwerk Dresden-Hellerau | Moritzburger Weg 67 | D-01109 Dresden | 0351-2630110 | kontakt@schauwerk-dresden.de | www.schauwerk-dresden.de

 

 

Buchtipps

 

Survivalkit Freie Theater von Stefan Kuntz - „… ein wahrlich unent­behrliches Handbuch für das Überleben im Paragrafen­dschungel des Kulturbetriebes…“ hieß es im Fundevogel über den SURVIVALKIT Freie Theater - und Theater der Zeit urteilte: „Wer dies Büchlein gelesen hat, kann vielen kleinen und größeren Katastrophen, die der künstlerischen Arbeit allzu leicht ein jähes Ende bereiten können, aus dem Wege gehen.“

Das unverzichtbare Buch von Stefan Kuntz, das bereits in der 7. Auflage erschienen ist, gibt es in Buchform und als digitale Fassung.

SURVIVALKIT Freie Theater, Flickzeug und Überlebenspäckchen in der immer Freieren Marktwirtschaft. Hg: Bundesverband Freier Theater e.V., völlig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Hannover Januar 2008, 411 S., 28 Euro für Nicht-Mitglieder, Mitglieder eines Landesverbandes 20 Euro, Bezug der Printversion: BUFT, Laft, Lister Meile 27, 30161 Hannover, Tel. 0511 – 3535486, laft@laft.de (Bestellung gegen Rechnung).

Die digitale Version (Diskette/CD-ROM) ist ständig auf dem neuesten Stand der Bürokratie mit allen wichtigen Änderungen. Zu bestellen ist sie nur bei Stefan Kuntz, Kosten: 16,99 Euro inklusive Versand und MWSt, Quittung wird ausgestellt. Bestellformular unter: www.kuenstlerrat.de

 

 

Regionale Kooperationen im Kulturbereich, Patrick S. Föhl, Iken NeisenerRegionale Kooperationen im Kulturbereich - Theoretische Grundlagen und Praxisbeispiele. Erscheint im Dezember 2009, 398 S., kart., 29,80Euro, ISBN 978-3-8376-1050-5. Die Bedeutung regionaler Kooperationen im Kulturbereich nimmt zu. Während einerseits die Grenzen der Einrichtungen bzw. der Kultursektoren durchlässiger werden, steigt andererseits der Druck der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, setzen regionale Akteure zunehmend auf die vielfältigen Optionen der Zusammenarbeit. Verstärkt werden diese Entwicklungen durch das Governance-Konzept, das in den vergangenen Jahren vermehrt im Kontext einer aktivierenden Kulturpolitik diskutiert wird. Viele Wissenschaftler und Praktiker haben das 21. Jahrhundert bereits zum „age of alliances“ ausgerufen. Sie sind davon überzeugt, dass der Grad der Kooperationsfähigkeit einer öffentlichen oder privaten Non-Profit-Einrichtung künftig über deren Existenz entscheiden wird. In diesem Sinne zeigen die Beiträge dieses Buches Grundlagen und Möglichkeiten regionaler Kooperationen im Kulturbereich auf. Das Buch wendet sich in theoretischer und praktischer Ausrichtung an interessierte Wissen­schaftler und Studierende ebenso wie an Praktiker aus dem öffentlichen, frei-gemeinnützigen sowie privaten (Kultur-)Sektor.

Patrick S. Föhl, Diplom-Kulturarbeiter, ist Gründer und Leiter der Forschungsgruppe »Regional Governance im Kulturbereich« an der Fachhochschule Potsdam, lehrt an mehreren in- sowie ausländischen Hochschulen, ist freier Kulturberater und Autor zahlreicher Publikationen zum Kulturmanagement in Theorie und Praxis.

Iken Neisener, Diplom-Kulturarbeiterin, ist Projektleiterin in der Forschungsgruppe „Regional Governance im Kulturbereich“ an der Fachhochschule Potsdam, arbeitet als freie Kulturberaterin und ist im Vorstand eines Non-Profit-Unternehmens.

 

Kultur 2.0, Hans Scheurer, Ralf SpillerKultur 2.0 - Neue Web-Strategien für das Kulturmanagement im Zeitalter von Social Media. Erscheint im März 2010, ca. 260 S., kart., ca. 26,80Euro
ISBN 978-3-8376-1352-0
Interaktive Web-2.0-Tools wie Blogs oder Twitter haben einen Paradigmenwechsel vollzogen: Die bisher prakti­zierte, klassische Einweg-Kommunikation verliert an Bedeutung. Stattdessen sammeln sich Interessierte in sozialen Netzwerken, um sich auszutauschen. Dies eröffnet auch ganz neue Möglichkeiten für das Kulturmarketing. Erstmalig für den deutschen Raum führt dieser Band in die kultur- und medientheoretischen Grundlagen ein und stellt aktuelle Entwicklungen sowie Trends vor. Am Beispiel bestehender Projekte werden die Erfolgspotenziale von Web-2.0-Strategien für Kulturein­richtungen verdeutlicht. Anschaulich und praxisnah wird gezeigt, wie Kulturmanager/-innen mithilfe von Online-Tools Beziehungen zu neuen Zielgruppen knüpfen und vertiefen können.

Die Autoren Hans Scheurer (Prof. Dr.) und Ralf Spiller (Prof. Dr.) lehren an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation in Köln. Sie sind dort im Studiengang Medienmanagement verantwortlich für die Fachrichtung PR- und Kommunikationsmanagement.

 

Impressum

Redaktion: Claudia Grönemeyer / Ermekeilstr. 38 / 53113 Bonn / Tel. 0228 2598545 / E-Mail: off-info@c-groenemeyer.de / Herausgeber: Bundesverband Freier Theater, e.V. / v.i.S.d.P.: Alexander Opitz / Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg / Jägerweg 10 / 76532 Baden-Baden / Tel. 07221 399 99 11 / Fax 07221 399 99 12 / E-Mail BuFT.de@t-online.de / http://www.freie-theater.de, Be­zug direkt vom BuFT oder über die Homepage http://www.freie-theater.de/publikationen/off

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